Samstag, 17. November 2018

Unsere größte Angst...

Unsere größte Angst ist die vor dem Schmerz.
Dem Schmerz von Verlust, dem Schmerz von Versagen,
dem Schmerz von Ohnmacht, dem Schmerz von Hilflosigkeit, dem Schmerz vor dem Allein sein...und und und.
Wir tun so ziemlich alles um unserem tiefsten Schmerz zu entkommen.
Doch es kommt der Moment im Leben, da heißt es sich im zu stellen.
Im Kleinen durften wir auch schon für diese Begegneung üben, leider verdrängen wir dies zumeist wieder recht schnell.

"Der Schmerz ist das Zerbrechen der Schalle, die das Verstehen umhüllt...",
schreibt Khalil Gibranin seinem Propheten.

In der Tiefe habe ich es erst in diesem Jahr begonnen zu verstehen.
Auch sehe ich heute, dass ein Mensch einen anderen nicht wirklich auf Herzebene verstehen kann,
wenn er nicht selbst seinen Dämonen begegnet ist.
Dann redet immer wieder der Verstand...doch es gibt kein wirkliches Mitgefühl, kein Bewußtsein darüber, welche Worte, welches Verhalten verletzt!
Und aus diesem Unbewußtsein entsteht im Miteinander immer wieder neuer Schmerz.
Erst wenn beide in sich die Schalen gesprengt haben und ihrem tiefsten Schmerz gegenüber standen
gibt es eine Ebene des Erkennens und damit eine Begegnung von Herz zu Herz. Namaste*




Montag, 22. Oktober 2018

Was ein Stau auf der Autobahn so auslöst...

...und plötzlich stehst Du...na gut...
am Anfang...gerade in den Stau geraten...steh ich erstmal...
Gelegenheit, Emails zu checken....mich zu sortieren...
eine neue CD rauszufingern...anzuhören, mitzuträllern....

und ich stehe immer noch...inzwischen ganz...
also seit 30 Minuten kein Millimeter mehr vorwärts...
Stille...Atemübungen....spüren...spüren, was da so in
meinem Körper ist und in mir...

und ich stehe immer noch...
spüre jetzt Widerstand, Spannung, Groll, Wut...Ohnmacht...

und ich stehe immer noch...3 Stunden...
die Berliner Autobahn Totalsperrung ...
Schmerz steigt auf... mein Inneres nutzt die Gelegenheit und diese gefühlte Ohnmacht wechselt in ein Gefühl ausgeliefert zu sein, keine Wahl zu haben...warme Tränen auf meiner Wange...das ist tiefer Schmerz...

Neben all dem Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit, Wut, Ausgeliefert zu sein...
dem ganzen Drama der Schatten ist parallel auch die Dankbarkeit...
denn mir ist bewußt was da in mir passiert...
und ich folge der Einladung des Lebens mit weiteren 2 Stunden "Stop an Go" auf der Bundesstrasse....Danke!




Freitag, 12. Oktober 2018

Das Spiel mit der Zeit

Früher war ich sehr geizig...
was meine Zeit anbelangt.
Ich habe mir gut überlegt mit wem ich gerne meine Zeit verbringen möchte...
und mit wem nicht...
habe mehr "Nein" gesagt zu Einladungen und Möglichkeiten, welche mir das Leben bot.

Diese Phase war ein guter Lehrmeister für mein Zeitmanagement...möchte sie nicht missen.
Die Klarheit darüber mit wem ich Zeit verbringen möchte und wie ist geblieben,
ebenso die großzügige Gestaltung von Zeiträumen zwischen Terminen,
da mir dies das entspannte Sein jenes Eintauchen in die Präsenz des Momentes ermöglicht,
welche die bunten Geschenke bereit hält...
und zugleich genieße ich heute die Einladungen des Lebens, die meist genau dort entstehen!

Mir ist bewußt geworden, dass es nicht die Zeit ist, um die es geht....sondern die Momente!
Und neben den Momenten das Vertrauen!
Wenn mir das Leben eine Einladung sendet...reguliert es auch den restlichen Rahmen außen herum.

So besteht mein Leben heute aus Momenten...die ich lebe und sehr genieße
und dem Vertrauen, das ich stets zur rechten Zeit am für mich richtigen Ort bin,
auch wenn es mir noch nicht immer möglich ist, dies gleich zu greifen... Om shanti*


Dienstag, 18. September 2018

Mein Tanz mit dem Wolf...

...oder der Angst tief ins Auge geschaut...
Die tiefste Angst, die wir alle kennen: die Angst vor dem Tod.
Die Facetten jener Angst sind bei jedem Menschen verschieden und doch sehr ähnlich...
vielleicht weil sie alle das gleiche Gewebe in sich tragen, in welches das Leben sich webt.
Sie hat viele Namen...Angst vor Einsamkeit... Angst, alleine zu sein...Angst, es nicht zu schaffen...
Angst, falsch zu sein...Angst, ohnmächtig zu sein...Angst, ausgeliefert zu sein...Angst, sich zu zeigen...Angst, ruiniert zu sein...Angst, verletzt zu werden...Angst vor Schmerz...und noch viele Masken mehr.
Mein Tanz mit dem Wolf führt mich Kreis um Kreis in Kontakt mit meiner Angst...
erst mit der Angst vor wirklicher Begegnung...nicht die Begegnung, da ich einen anderen tief sehe...
die Begegnung, da ich erkannt werde....die Begegnung, da ich erkannt werde UND mich selbst in einem anderen sehe....ein gegenüber auf Augenhöhe, der mir meine eigene Tiefe durch seine spiegelt - ganz ohne Schleier. Da stehe ich meiner nächsten Angst gegenüber...der Angst, wirklich gesehen zu werden...das heißt verletzbar zu sein...sich wieder dem Schmerz offenbaren...hingeben.
Auge in Auge mit meinem Wolf tanze ich weiter und dann spüre ich tief in meinen Zellen die Angst
vor Verrat...und da bricht dann alles zusammen...der Boden öffnet sich...absolute Haltlosigkeit...
das ist MEIN Tod! Om shanti


"Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.

Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang."       Rilke

Montag, 17. September 2018

Der Tanz mit dem Wolf

Von Kindertagen kennen wir ihn alle: den bösen Wolf.
Er begegnet uns in Märchen wie "Rotkäppchen" oder "Der Wolf und die sieben Geißlein"...
immer scheint er das dunkle Unbewußte darzustellen, welches in jedem von uns schlummert.
Der Wolf...die Angst...der Schmerz...
das was keiner haben will...und doch ist es...
es ist...es ist DA!
Und...ES kommt immer wieder.
Wie dreist, wie gemein, wie unbequem.
So entwickeln wir Strategien, um uns vor diesem ES zu schützen...es und die Begegnung mit diesem "ES" zu vermeiden. Wohl als Angst vor der Angst bekannt.

Die Angst...
Freund oder Feind??
Der Begriff Angst kommt laut Wikipedia aus dem indogermanisch von anghu = beengend.
Er ist verwandt mit lateinisch angustus bzw. angustia für „Enge, Beengung, Bedrängnis“.
Das Gefühl der Enge ist wohl jedem bekannt, der Angst erfahren hat.
Wie das Schaf vor dem Wolf vielleicht auch aus seinem Urinstinkt die Gefahr wittert ...
den Tod.
Der Tod als Zeichen für Wandel, Transformation...also heißt das die Raupe verpuppt sich
und es entsteht ein Schmetterling?
So heißt es: Neuland?
Verlassen des Gewohnten, der Komfortzone...klingt erst einmal nicht besonders "dramatisch".
Doch wenn wir drin stecken...drin in diesem Prozeß...dem Prozeß der Wandlung...
wo wir nicht wissen...ich nicht weiß, ob mich das Eis bei dem nächsten meiner Schritte trägt???
Dann steht er neben mir: der Wolf! Schaut mich mit fletschenden Zähnen an.
Mein Gehirn, mein Körper reagieren aus Urängsten...aus Urmechanismen heraus...GEFAHR!
Welche Gefahr?? ...keine reelle...doch die Vorstellungskraft schmeißt alles in die Waagschale,
was geht...und der Tanz beginnt...der Tanz mit meinem Wolf...

Samstag, 11. August 2018

Lebensprozession

Leben und Tod tanzen eng umschlungen...
sind wie die Fäden eines Gewebes ineinander verwoben.

Wir wissen darum...
durchleben wir z.B. jedes Jahr den Zyklus der Jahreszeiten aufs Neue und doch scheinen wir die Bedeutung dessen nicht wirklich aufzunehmen...sind getroffen, wenn das Rad des Lebens Veränderung bringt...insbesondere jene, die im ersten Augenblick dem Sterben, dem Tod mehr zugewandt ist.

Kaum jemand hat etwas gegen die Veränderung, welche uns einen sofortigen Gewinn beschert...
gleich ob materieller Natur oder wenn es unseren Selbstwert anbelangt...hier nehmen wir kleine Verluste gern in Kauf.

Jede Veränderung bedeutet Tod - etwas geht, wandelt sich und Neuanfang - etwas wird neu geboren,
entsteht...so dass das gesamte Leben stets ein Wechselspiel dieser Pole ist.

Als ich vor einigen Tagen Schwermut und Trauer in mir wahrnahm...begann ich mich selbst zu beobachten...mein inneres Selbstgespräch,
mein Verhalten mir und anderen gegenüber.
Mir ist diese dunkle Seite des Lebensgewebes
sehr vertraut und inzwischen erkenne ich sie
auch gerne an und schenke ihr meine Aufmerksamkeit...beginne mit ihr zu tanzen.
Dabei kam in mir die Erkenntnis tief in meinem Herzen, wie SEHR diese zwei Pole "Leben und Tod" miteinander verwoben sind und es entstand ein inneres Bild, das genau dass die Prozession des Lebens ist...
Ein Mensch wird zu Grabe getragen...und die Hinterbliebenen gehen zusammen in ihrer Trauer ...einige Meter entfernt steht eine junge Frau mit einem Säugling im Arm...ein Schmetterling, der sich vom lauen Wind tragen läßt und vor dem Friedhof eine ältere Frau, welche zu tun hat die Straße zu queren...

Alles zeitgleich nebeneinander, in ein und demselben Atemzug... eine wunderbare Lebensprozession.

Sonntag, 5. August 2018

Glück ist...

...eine innere Einstellung? Doch...auf was, wie bin ich eingestellt?

Glück ist das vielleicht das "große Kino" in uns...
was wir gestalten durch unsere Gefühle, unsere Erfahrungen und das woran wir Glauben...
...dann wird das Leben zur Lebensbühne...zu unserer Lebensbühne...
und je tiefer wir eintauchen in all die Farben dieser Palette, umso intensiver schillern diese...

Glück ist für mich...
meine Tränen, die heiß über meine Wange laufen...wenn mich die Trauer küßt.

Glück ist für mich...
mein eigenes Lachen...laut aus mir strömen zu lassen...wenn mich plötzlich die Freude streichelt.

Glück ist für mich...
meinem Schmerz gegenüber offen zu bleiben...

Glück ist für mich...
wenn mich aus dem Nichts die Leichtigkeit umarmt...

Glück ist für mich...
nichts was sich in mir regt zu verleugnen...mir selbst immer wieder die Hand zu reichen, um den nächsten Schritt zu gehen.

Glück ist für mich...
die Kraft meiner Wut anzuerkennen...denn sie zeigt mir klar und deutlich,
dass ich über eine Grenze gegangen bin.

Glück ist für mich...
alles ...wirklich "ALLES" was mir das Leben schenkt, zu bejahen...
auch wenn es machmal ein paar Atemzüge braucht....

Glück ist für mich...
meine Angst zu umarmen...sie hilft mir stets über mich selbst hinauszuwachsen...

Glück ist für mich...
mehr und mehr das große Geflecht - das Tantra des Lebens - zu erkennen...
und mich GANZ auf diesen Tanz einzulassen...

Glück ist für mich...
der Mensch, der mich tief innen an meinen wundesten Punkten antriggert...
denn durch ihn wachse ich...DANKE!

Glück ist für mich...
zu mir selbst "ja" zu sagen, gerade dann, wenn ich das Gefühl habe der Rest der Welt sagt "Nein"...

Glück ist für mich...
die grandiose Intensität des Lebens...der Lebensbühne mit all ihren Achterbahnen...und ich sitz drin.

Glück ist für mich...
"mein großes Kino"!!

Namaste :-)